Meine amerikanischen Bekanntschaften rekrutieren sich vor allem aus der Elternschaft der deutschen Schule, plus ein paar ehemalige Arbeitskollegen und eine Freundin, die ich vor Jahren bei einem Meetup von “geschiedenen Eltern” kennenlernte.
Mit den Eltern der Freunde der Kinder trete ich nun in eine neue Beziehungsphase ein, denn inzwischen suchen sich meine Kinder ihre Freunde selbst aus und sind nicht unbedingt glücklich damit, alte Schulkameraden wiederzutreffen, bloss weil Papa deren Eltern gerne einmal widersehen will. Gleichzeitig weiss ich bei einigen nicht recht, ob sie überhaupt daran interessiert sind unsere Bekanntschaft ganz unabhängig von den Kindern weiter zu pflegen.
Keiner von allen weiss, dass heute mein Geburtstag ist, mit einer rühmlichen amerikanischen Ausnahme. Die treuesten Gratulanten sind meine ältesten Freunde aus Deutschland.
Am Abend war ich ein Bier trinken mit meinem ehemaligen Manager (kein Gratulant). Er hat seine ganze Karriere in Tech-Firmen verbracht, hat keine Kinder, vor zwei Jahren hat er sich aus dem Arbeitsleben verabschiedet. Jetzt hat er sich eine Segelyacht gekauft und verbringt seine Zeit mit dem Versuch das Radar zu reparieren und nimmt Kurse um seinen Dieselmotor besser zu verstehen.
Vielleicht sollte ich damit beginnen, meine amerikanischen Bekanntschaften nach ihren Geburtstagen zu fragen. Das könnte ein Zeichen sein, dass ich sie nicht nur wegen der playdates unserer Kinder schätze.